Der nächste Tod !

February 6, 2012 by · Leave a Comment 

Armin Burkart von friseur.com hat heute via Facebook auf folgendes aufmerksam gemacht:

Britin stirbt wegen Extentions

Bleibt nur noch zu klären, von welchem Hersteller die Extentions waren. Damit wäre nachvollziehbar, ob alle Firmen betroffen sind oder nur Anbieter von billig Extentions.

friseur.com hat bei Hairdreams angefragt und folgende Antwort erhalten:

In diesem tragischen Fall wurden Tressen verarbeitet und mit einem uns unbekannten Kleber angebracht. Hairdreams rät allen Verwendern von Haarverlängerungen eindringlich dazu, Billigprodukte von “namenlosen” Anbietern konsequent zu meiden, da diese oft nicht die Kapazitäten für Produktverträglichkeitstests haben.
Bei Hairdreams werden neue Produkte vor der Markteinführung ausgiebig getestet und Inhaltstoffe auf ihre Verträglichkeit überprüft. Uns ist ist bislang noch kein Fall bekannt geworden, in dem eine Kundin aufgrund der Verwendung von Hairdreams Produkten durch eine allergische Reaktion oder Ähnliches zu Schaden gekommen wäre.

 

Wird also die nächsten Wochen spannend werden, entweder werden Inhaltsstoffe verboten oder Friseure dürfen mal wieder eine Dienstleistung nicht mehr ausführen und die Verbraucher fangen an auch selber Extentions zu machen. Erste Sets dafür habe ich natürlich im dm um die Ecke schon entdeckt. Das wäre natürlich mal wieder der SuperGau, wie beim Haarefärben.

No Color – Die Fakten

November 30, 2011 by · Leave a Comment 

Sooo, gestern Abend war Mitgliederversammlung der Innung München, jetzt also endlich die harten Fakten:

Welche Stoffe problematisch sind habe ich ja bereits geschrieben. Ich nenne sie hier kurz PPD darunter verstehen die meisten Friseure was ich meine.

PPD wird generell eingesetzt um Dinge einzufärben. PPD ist nicht nur in Haarfarben enthalten, sondern in Autoreifen, Kleidung Hennatattoos, normalen Tattoos und eigentlich generell so allem was dunkel eingefärbt wird.

PPD ist auch die Stoffgruppe, die bis in die 80er Jahre so stark konzentriert in Haarfarben vorhanden war, dass es Blasenkrebs auslösen konnte. Deshalb bekommen Friseure die schon zu dieser Zeit gearbeitet haben und heute an Blasenkrebs erkranken, sogar das noch als Berufskrankheit anerkannt.

Die Konzentration von PPD in Haarfarben wurde zwar massiv gesenkt, aber die Industrie hat bis heute keine Alternative gefunden, weder für Haarfarben noch für alles andere.

So kommt es, dass in unserer Gesellschaft immer mehr Menschen gegen PPD sensibilisiert sind (also zu allergischen Reaktionen neigen).

Das Problem liegt also nicht nur bei Haarfarben alleine, sondern unsere Diskussion kann sich durchaus auch auf Tätowierer und ähnliches ausdehnen (stellt euch vor, man kann dann in der Drogerie vielleicht Tätowier-Kits kaufen und die Kids tätowieren sich dann gegenseitig, weil ein Tätowierer das nicht mehr macht, selbst wenn die Eltern einverstanden sind. Da werden bestimmt tolle Sachen bei rauskommen.)

Aber nun zu den Fakten beim Friseur:

Azubis unter 16 dürfen mit Haarfarbe arbeiten, da sie auf Grund der Hautschutzverordnungen eh so gut wie nicht mit den Produkten in Kontakt kommen.

Es ist nicht verboten Jugendlichen unter 16 Jahren die Haare zu färben, aber !

Es gibt Warnhinweise auf den Haarfarben, dass diese Produkte nicht für Jugendliche unter 16 Jahren geeignet sind.

Damit ist die Industrie fein raus, noch besser sie schiebt die Verantwortung voll auf den Friseur.

Folgende Antworten kamen auf nachfragen der Friseurbranche z.B. von Wella:

Darf ich weiterhin im Salon Jugendlichen unter 16 Jahren die Haare färben?

Natürlich ist der Gebrauch unserer Haarfärbemittel auch bei Kindern sicher. Jedoch wurden diese für die Bedürfnisse von Erwachsenen entwickelt. Aufgrund der möglichen allergischen Risiken sollte jeder Einzelne eine vorsichtige und verantwortungsvolle Entscheidung treffen.
Obwohl es nicht verboten ist, empfehlen wir, Kindern unter 16 nicht die Haare zu färben. Eine Haftung bei später auftretenden Schäden kann nicht ausgeschlossen werden.
Falls jedoch die Eltern oder Erziehungsberechtigten auf die Coloration bestehen, können Sie diese durchführen.

So und damit ist halt der Friseur am Zug. Sollte etwas passieren, dann haftet der Friseur voll und die Versicherungen werden sich schon irgendwie winden, dass sie nichts zahlen müssen.

Absichern gegen allergische Reaktionen können wir uns aber nicht mehr, denn einen Allergietest können wir nicht mehr machen, denn wie ich schon geschrieben habe, sollte eine Reaktion kommen wäre das Körperverletzung, aber noch viel besser, dass wir diesen Test überhaupt versuchen zu machen ist schon strafbar, denn das ist Amtsanmaßung. Nur ein Arzt kann eine allergische Reaktion erkennen.

Ich muss dazu mal aufklären, dass die Hälfte unseres Fachkunde Buches aus der Berufschule nur aus Hautaufbau, Hautkrankheiten, Annomalien, Haaraufbau, Kopfhauteigenschaften, Schuppenarten usw. usw. besteht. Ein Friseur kann also erkennen was eine Seborrhö Sicca oder Teleangiektasie ist (sowas ist Prüfungsstoff), aber ob eine Rötung durch ein alkalisches Produkt auftritt, das ist Amtsanmaßung. Ich finde eher bedenklich mit welchen Empfehlungen manche Kunden vom Hautarzt kommen wenn es um ihre Kopfhaut geht und wie einfach und vor allem günstig (im Vergleich zu teuren Medikamenten) ihnen dann doch geholfen werden kann.

Warum darf also Haarfarbe verkauft werden aber der Friseur sie in dem Fall nicht einsetzen, weil der Friseur im gewerblichen Umgang mit diesen Stoffen eine besondere Sorgfaltspflicht hat.

Also der Profi soll sorgfältig darauf achten es nicht einzusetzen, der Leihe soll aber ruhig mal experimentieren. Wenn ich daran denke was wir uns mit 15 alles gegenseitig auf den Kopf geschmiert haben und teilweise Blasen auf der Kopfhaut hatten, weil wir Blondierung mit 12% H2O2 genommen haben, was ein Friseur nicht darf und auch nicht tun würde, denn er weiß es ja besser als Profi.

Gibt es also noch den Weg die Beratung im Geschäft zu machen und z.B einem 15 jährigem Mädchen die Haarfarbe dann zu verkaufen. FAIL bloß nicht liebe Friseure, denn schaut mal auf Eure Haarfarbe, da steht drauf nur für den gewerblichen Gebrauch.

Fazit: Ein verantwortungsvoller Friseur sollte also auf keinen Fall Jugendlichen und Kindern die Haare färben. Die Chance das etwas passiert liegt zwar bei 1 : 1 000 000 aber wenn etwas passiert haftet Ihr persönlich.

Somit bleibt Jugendlichen nur übrig sich selber in der Drogerie schädlichere Haarfarbe zu kaufen auf denen natürlich nicht steht, dass sie nur für den gewerblichen Gebrauch geeignet sind, und sich die Haare und die Kopfhaut kaputt zu machen und am Besten mit ammoniakfreien Haarfarben durch das enthaltene Ethanolamin erst wirklich Allergien auszulösen.

Das hast Du ganz toll gemacht lieber Gesetzgeber!

No Color – mehr Details

November 12, 2011 by · Leave a Comment 

Jetzt habe ich mehr Informationen gefunden.

Die Stoffe um die es hauptsächlich geht sind folgende:

N-substituierte Derivate von p-Phenylendiamin und seine Salze

p-Phenylendiamin und seine Salze

Toluylendiamine

Toluylen-2,5-diamin und seine Salze

Diese Stoffe sind in oxidativen Haarfarben vertreten.

Das bedeutet rein physikalische Tönungen (z.B. Directions) sind erlaubt, allerdings wissen die Meisten von uns ja, dass Directions nur auf blondierten Haaren richtig gut funktionieren. Ich werde mal nachschauen, ob die besagten Stoffe auch in Blondierungen vorhanden sind.

Hier die entsprechende Anlage die den Umgang mit den Stoffen regelt.

Körperverletzung

November 11, 2011 by · Leave a Comment 

In jeder Haarfarbe steht drin, dass wir mit einem Allergietest die Verträglichkeit prüfen sollen. Aber das dürfen wir jetzt auch nicht mehr. Denn wenn die Kundin reagiert ist das Körperverletzung. WTF?
Ok jetzt soll ich also jede Kundin bevor ich die Haare färbe mit einer Farbtube zum Hautarzt schicken ob sie denn die Farbe überhaupt verträgt? Brauchen wir bald ein ärztliches Attest um Haare zu färben? Also sorry, noch ein Schuß ins Knie, welcher Kunde macht das mit.